In 8 Schritten zum erfolgreichen Webinar

Häufig ist ein Webinar so aufregend wie Schäfchen zählen. Der einsame Monolog vor einem vor Kompetenz strotzenden Bücherregal führt fast zwangsweise zum langsamen Wegdämmern der Teilnehmer. Obwohl der gute Wille sicherlich da war, sind die meisten Zuhörer bereits nach wenigen Minuten weit weg mit den Gedanken oder beantworten aufgestaute E-Mails. Von Interaktion keine Spur.

Aber das muss nicht sein. Wer folgende Punkte beachtet, kann mit dem Webinar eine erfolgreiche Punktlandung hinlegen.

 

1. Die Crux mit der Technik

So ein bisschen Software auszusuchen, kann doch kein Problem sein. Mit dieser Einstellung gehen sicherlich viele Redner in spe an ihr Webinar heran. Aber es gibt mittlerweile eine relativ große Anzahl an Tools, die sich in kleinen, jedoch wichtigen Details unterscheiden. Wägen Sie deshalb möglichst früh ab, welche Software für Ihre Ansprüche in Frage kommt.

Eine kleine Auswahl finden Sie z.B. unter

Zwar sind alle Tools recht einfach zu bedienen. Allerdings kann es in jedem noch so gut organisierten Webinar zu unvorhersehbaren Ereignissen kommen, die Routine erfordern. Machen Sie sich deshalb mit der Plattform im Vorfeld gut vertraut. Viele Anbieter bieten beispielsweise kostenlose Software-Tutorials bzw. Trainings. Nutzen Sie diese Gelegenheit! Nur wer die Technik im Griff hat, kann das Webinar souverän durchführen.

 

2. Konzentration auf das Wesentliche

Überlegen Sie genau, welche Inhalte transportiert und wie der Vortrag aufgebaut werden soll. Achten Sie dabei vor allem auf Folgendes:

  • Was ist die Kernaussage des Vortrags und an welche Zielgruppe richtet er sich? Welchen Nutz- bzw. Mehrwert möchten Sie dieser Zielgruppe mit auf den Weg geben?
  • Sprechen Sie in einfachen, möglichst kurzen Sätzen. Werfen Sie nicht mit zu vielen Fremdwörtern um sich – auch, wenn Sie sich an ein Fachpublikum richten. Alles andere ermüdet die Zuhörer schnell.
  • Erzählen Sie immer wieder aus der Praxis. Komplexe Sachverhalte lassen Sie so einfacher vermitteln und bleiben den Teilnehmern im Gedächtnis.
  • Bevor Sie sich in Details verstricken, ist es besser, die Inhalte auf mehrere Webinare aufzuteilen oder diese im Nachgang zur Verfügung zu stellen.
  • Achtung: Ein Webinar darf keine Marketing- und Verkaufsveranstaltung sein. Nichts ist für die Teilnehmer schlimmer, als ständig „Ich bin der Beste“ etc. zu hören. Punkten Sie stattdessen lieber mit Wissen und Fachkompetenz!

 

 

3. Medienmix gegen Langeweile

Dröge PowerPoint-Vorträge reißen heute kaum mehr jemanden vom Hocker. Die Möglichkeiten, den Vortrag abwechslungsreich zu gestalten, sind inzwischen zum Glück recht vielfältig: Sie können den Teilnehmern beispielsweise einen Live-Chat anbieten und Fragen direkt beantworten. Außerdem lassen sich die Inhalte mit Videos oder Screenshots untermalen. Bei einigen Tools kann sogar eine zweite Webcam aktiviert werden. Wer es nicht ganz so komplex mag, stellt einfach ein Whiteboard im Sichtfeld auf, um bestimmte Sachverhalte zu visualisieren. Aber Vorsicht: Weniger ist mehr! Zwei oder drei dieser Elemente reichen.

 

4. Unbedingt Unterstützung holen

Es ist keine gute Idee, ein Webinar alleine auf die Beine zu stellen, geschweige denn durchzuführen. Denn die Komplexität solcher Veranstaltungen wird oftmals unterschätzt. Suchen Sie sich ein Team, das Sie sowohl in der Vorbereitung, als auch während des Webinars unterstützt. Je besser Ihr Support-Team sich mit der Technik und dem geplanten Ablauf auskennt, desto schneller kann es im Ernstfall eingreifen. Erst mit dieser Sicherheit im Hintergrund können Sie sich voll und ganz auf den Vortrag konzentrieren.

 

5. Einladen – wen, wann und wie?

In 8 Schritten zum erfolgreichen Webinar

Es gibt unzählige sehr gute Webinare – aber leider weiß keiner davon. Dank der neuen Medien kann heutzutage zwar schnell und einfach eine gewisse Reichweite erzielt werden. Die Frage ist nur, ob sich auch die richtige Zielgruppe unter den Kontakten befindet. Am besten ist ein frühzeitiges Networking mit Personen, die für Sie und Ihre Webinare wichtig sind oder wichtig werden könnten. Versorgen Sie diese regelmäßig oder im Bedarfsfall mit Newslettern oder einer Werbe-Mail, um sie auf dem Laufenden zu halten.

Wann der beste Zeitpunkt für eine direkte Einladung zum Webinar ist, hängt vom Einzelfall ab. Bei zu viel Vorlaufzeit, springen viele Teilnehmer wieder ab. Nur wenige Tage vorher kann im Business-Bereich aufgrund voller Terminkalender zu kurzfristig sein. Stimmen Sie dies auf Ihre Zielgruppe ab.

 

6. Üben, üben, üben…

Bevor es losgeht bleibt nichts anders, als den Vortrag immer und immer wieder zu üben – selbst wenn Sie bereits über eingehende Präsentationserfahrung verfügen. Es empfehlen sich Testläufe mit dem Team. Zeichnen Sie alles auf und hören Sie sich dies gemeinsam an, um eventuelle Schwachstellen zu identifizieren. Am besten ist es, dabei das Notebook und Audio-Equipment zu verwenden, das auch im Webinar verwendet wird.

 

7. Der richtige Ablauf

Einleitung: Jedes Webinar sollte mit einer Begrüßung und einer ganz kurzen Vorstellung Ihrer Person beginnen. Erkundigen Sie sich, ob Bild und Ton gut sind und verweisen Sie auf Interaktionsmöglichkeiten wie beispielsweise den Chat. Geben Sie auch an, wann die Zuhörer Fragen stellen können, ob während des Vortrages oder am Ende.

Hauptteil: Präsentieren Sie anschließend Ihre Inhalte und geben Sie den Teilnehmern die Möglichkeit zur Interaktion. Aber Vorsicht: Nicht in endlose, unwichtige Dialoge verwickeln lassen! Häufig langweilt das die anderen Teilnehmer.

Schluss: Ein runder Abschluss verschafft einen bleibenden Eindruck. So kann ein Webinar zum Beispiel als Cliffhanger für einen zweiten Teil genutzt werden. Kündigen Sie am Ende der Veranstaltung schon den nächsten Termin an und nehmen Sie eventuelle Spontan-Anmeldungen entgegen.

 

8. Unbedingt aufzeichnen!

Zeichnen Sie Ihr Webinar auf jeden Fall auf. So kommen nicht nur die Live-Teilnehmer in den Genuss der Inhalte, sondern auch jene, die zum Sendetermin keine Zeit hatten. Die Abrufzahlen im Nachgang sind erstaunlicherweise oft höher als bei der Live-Übertragung.

Sabine Jobstmann

Sabine Jobstmann

Sabine Jobstmann ist ausgebildete Wirtschaftsredakteurin mit den Schwerpunkten Marketing, Vertrieb und IT. Seit über zehn Jahren arbeitet sie als freie Journalistin und berät Unternehmen hinsichtlich Kundenmanagement, Kundenansprache und den Einsatz von Werbemitteln.
Sabine Jobstmann

Latest posts by Sabine Jobstmann (see all)

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *