Mobile Eventfotos

Mobile Bildbearbeitung – So gelingen Ihnen Eventfotos wie vom Profi [Gastbeitrag]

 

Wenn es Ihnen so geht wie den meisten von uns, dann ist Ihnen die Optik vieler Dinge ziemlich wichtig. Oftmals ist es sogar ein Entscheidungskriterium. Viele Menschen entscheiden sich ganz bewusst für modische Kleidung, ein gepflegtes Äußeres, moderne Möbel, ein schickes Auto oder stylische Hotelzimmer. Warum also sollten sie beim Buchen einer Veranstaltung den ästhetischen Aspekt außer Acht lassen? Das wird bei Ihrer Zielgruppe und Veranstaltung nicht anders sein.

 

Überzeugen Sie sich selbst bei diesem kleinen Test:

 

Conference Poster                       Conference Poster                       Conference Poster

 

Wie würden Sie sich hier entscheiden? Wer nun einwirft, dass er sich aufgrund des Inhaltes, der Referenten, des Tagungsortes etc. sich für eine Veranstaltung entscheidet, dem stimme ich gern zu. Doch Hand auf’s Herz: Wie unterschiedlich sind denn die Veranstaltungen einer Branche oder eines Themas wirklich? Manche sind interaktiver, manche haben spannendere Referenten, bei manchen passt der Termin einfach.

 

Wie Sie’s auch drehen und wenden: Das Auge isst mit. Immer. Deshalb ist es so wichtig, dass auch Ihre mobilen Eventfotos so professionell wie möglich aussehen. Natürlich sind sich auch Ihre Teilnehmer bewusst, dass ein Smartphone-Foto nicht der Qualität einer Profi-Kamera entspricht. Und sie tolerieren das – allerdings nur bis zu einer bestimmten Grenze.

 

Das optimale Eventfoto

Ein mobiles Foto sollte richtig belichtet, ausreichend scharf und ein gutes Kontrast-Verhältnis aufweisen. Bei Außenaufnahmen und strahlendem Sonnenschein ist das ein Kinderspiel. Doch die meisten Veranstaltungen finden in relativ dunklen Räumen statt. Erschwerend kommt die starke Leinwand-Beleuchtung hinzu. Die davor sitzenden oder stehenden Referenten und Künstler sind fast immer zu dunkel. Haben Sie Linien wie die einer Leinwand oder die Wände eines Raumes im Bild, sollten diese gerade verlaufen. Kameras verzerren diese Linien jedoch. Je dichter sie vor der Linie stehen und fotografieren, desto stärker ist der Effekt.

 

Auf dem idealen Eventbild sind Menschen abgebildet, die sich sichtlich freuen, bei Ihrem Event dabei zu sein. Das typische Gruppenbild von Herren in dunklen Anzügen und ernster Miene ist damit also nicht gemeint. Auch wenn wir es fast überall sehen. Probieren Sie doch einmal die Gruppe aufzulockern. Geben Sie ihnen etwas an die Hand, wie zum Beispiel ein Schild, ein Plakat, ein Programmheft oder ein Maskottchen.

 

Je lockerer und jünger die Zielgruppe, desto eher dürfen Sie sie auch auffordern die Daumen hochzuhalten, die Arme in die Luft zu strecken oder auch zu springen. Wenn Sie die Personen doch einmal draußen vor Ihrer Linse erwischen, lassen Sie sie nicht in die Sonne blicken. Zwar sind die Gesichter dank des Sonnenlichtes wunderbar ausgeleuchtet, doch alle werden die Augen zukneifen. Kaum jemand gefällt sich selbst mit so einem Gesichtsausdruck. Suchen Sie ein schattiges Plätzchen oder fotografieren Sie gegen das Licht. Gegen? Ja, gegen! Mit der richtigen Aufnahme- und Bearbeitungstechnik holen Sie das wieder raus.

 

Die richtige Technik finden

Die meisten Smartphones machen heutzutage richtig gute Fotos. Wenn Sie vor der Qual der Wahl stehen, googeln Sie einfach, z.B. nach “Smartphones mit guter Kamera”. Sie erhalten gleich mehrere, stets aktuelle Vergleichsreports. Wollen Sie richtig gute Fotos aufnehmen, sind die in Frage kommenden Geräte allerdings hochpreisig.

 

Oder Sie nehmen vor Ihrer Kaufentscheidung einfach ein und dieselbe Situation mit unterschiedlichen Smartphones auf. Am besten fotografieren Sie für diesen Test schwierige Motive mit viel Gegenlicht, Schatten, an dunklen Tagen oder in recht dunklen Räumen. Im Bekannten- und Kollegenkreis finden sich immer Leute mit unterschiedlichen Modellen. Legen Sie die gerade aufgenommenen Bilder dann nebeneinander, sehen Sie meist sehr deutliche Qualitätsunterschiede.

 

Wollen Sie ein wenig mehr Pfiff in Ihre Bilder bringen, reicht bereits ein einfaches Stativ oder auch ein Selfie-Stick aus. Das Stativ können Sie für Zeitraffer-Aufnahmen oder bei wenig Licht nutzen. Oder Sie schalten den Selbstauslöser ein und machen ein Teamfoto, auf dem Sie selbst auch drauf sind. Zehn Sekunden Auslösezeit reichen dafür meist völlig aus. Mit einem Selfie-Stick können Sie Selbstaufnahmen machen, ohne dass Ihr Arm so weit ins Bild reicht. Unschöner Nebeneffekt von Armen im Bild: Je dichter die Dinge an der Linse sind, desto größer erscheinen sie. Wieder ein Bild-Effekt, den die wenigsten an sich mögen.

 

Die mobilen Bearbeitungsschritte

Sie wissen ja nun, was ein gutes Bild ausmacht: Es ist scharf, hat ein ausgewogenes Licht-Schatten-Verhältnis und ist gerade “gerückt”. Mittlerweile gibt es richtig viele Apps für die mobile Bildbearbeitung. Eine sehr bekannte, mächtige und zugleich intuitiv zu bedienende App ist Snapseed. In der völlig ausreichenden Gratisversion können Sie diese sowohl für iOS als auch für Android herunterladen. So könnte Ihr Workflow aussehen:

 

Mobile Bildbearbeitung von Eventfotos

 

Schritt 1: Installieren und öffnen Sie die App Snapseed und öffnen Sie ein Foto.

 

Schritt 2: Klicken Sie auf “Tools” und “Details” um Ihr Bild zu schärfen oder ihm mehr Struktur zu verleihen. Fahren Sie dafür mit dem Finger nach rechts für mehr Schärfe oder Struktur. Mit dem Häkchen bestätigen Sie die Bearbeitung. Mit dem Kreuz brechen Sie den Vorgang ab und sind wieder beim Ausgangsbild.

 

Schritt 3: Über “Tools” und “Feinabstimmung” können Sie die Helligkeit, den Kontrast, die Sättigung, die Ambiance, die Spitzlichter und den Schatten oder die Wärme anpassen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Sie Spitzlichter absenken (Regler nach links) und die Schatten aufhellen (Regler nach rechts) wollen. Das trifft auf die allermeisten Fotos zu.

 

Schritt 4: Probieren Sie auch einmal in einer ruhigen Minute die anderen Regler aus. So erfahren Sie, welche Veränderungen Ihnen grundsätzlich gefallen und welche nicht. Vor Ort haben Sie für diese Spielereien keine Zeit mehr.

 

Schritt 5: Portraits und Gesichter können Sie dank der vorinstallierten “Looks” mit den selbstredenden Bezeichnungen “Portrait” oder “Smooth” weicher zeichnen. Geduldigen und perfektionistisch veranlagten Eventmanagern empfehle ich hier für kleinere Retuschen das Tool “Reparieren”. Aber vorsichtig, hier ist wirklich Fingerspitzengefühl gefragt.

 

Schritt 6: Sind keine Gesichter, sondern Architektur und Leinwände auf dem Bild können Sie es kinderleicht über die Funktion “Tools” und dann “Perspektive” sowohl horizontal als auch vertikal gerade rücken.

 

Schritt 7: Denken Sie ans Speichern! Mit der Funktion “Exportieren” speichern Sie ihr mobil bearbeitetes Bild als Kopie und finden es in Ihrem regulären Foto-Ordner wieder.

 

 

Mobile Bildbearbeitung von Eventfotos

 

Seien Sie mutig und probieren Sie’s aus, denn: Zum Glück können Sie in den mobilen Apps fast jeden Bearbeitungsschritt wieder rückgängig machen. Ganz abgesehen davon empfehle ich Ihnen, immer eine Bildkopie anzufertigen und diese zu bearbeiten. Haben Sie’s mit der Retusche übertrieben, können Sie ohne Weiteres immer noch einmal von vorn anfangen.

 

Spannendere Bilder dank Fotocollagen

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Manchmal sagt eine Bildcollage jedoch noch mehr. Dafür eignet sich hervorragend die App “Layout“von Instagram. Auch diese ist in der kostenfreien Basisversion bei iTunes und im Google Play Store erhältlich. Öffnen Sie in der App drei bis fünf Aufnahmen, die Sie zu einer Collage zusammenfassen wollen. Wählen Sie am besten einen Motivmix, z.B. eine Großaufnahme vom Tagungsraum, Einzelaufnahme vom Referenten, die Gesprächssituation einer Teilnehmergruppe, eine Detailaufnahme vom Buffet und ein Foto des Eingangsbereiches mit Ihrem Eventlogo. Wählen Sie dann eine der Layoutvorlagen und verschieben Sie die einzelnen Bilder nach Ihrem Geschmack. Sie können Sie sogar spiegeln, kippen, mit Rändern versehen oder nochmal ersetzen. Speichern Sie ihr Ergebnis ab. Et voilá! Fertig ist Ihre Collage mit nur wenigen Handgriffen.

 

Fazit: Eventfotos mit einem Smartphone aufzunehmen ist heute gang und gäbe. Mit nur wenigen Schritten und Tools holen Sie noch mehr aus Ihren mobilen Fotos heraus. Diese können Sie dann wunderbar und vor allem in Echtzeit in den Sozialen Medien teilen. Je ansprechender diese ausfallen, desto hochwertiger wird Ihre gesamte Veranstaltung wahrgenommen. Brauchen Sie allerdings Fotos für eine professionelle Dokumentation oder die Werbematerialien Ihrer Folgeveranstaltung, empfehle ich Ihnen die Zusammenarbeit mit einem Profi.

Katrin Taepke

Katrin Taepke

Katrin Taepke bloggt auf www.micestens-digital.de und ist Eventprofi mit Leidenschaft für Digitalisierung und interaktive Eventformate. Seit mehr als 20 Jahren organisiert sie Events unterschiedlichster Größe und Ausrichtung. Ihr Credo: „Rettet die Welt vor frontaler Vortragsbeschallung und nutzt digitale Tools für Eure Prozesse!“
Katrin Taepke

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