Interview MCI Deutschland

Wie (digitale) Trends das Event-Erlebnis beeinflussen [Interview]

Mit neuen digitalen Trends in der Eventbranche ändern sich auch die Anforderungen der Teilnehmer kontinuierlich. Das stellt Sie als Veranstalter nicht nur vor erfolgsversprechende Chancen und Potenziale, sondern auch vor neue Herausforderungen. Von welchen Trends Sie längst gehört haben sollten und wie Sie Teilnehmern ein möglichst individuelles Event-Erlebnis ermöglichen, verraten wir Ihnen im Interview mit Andreas Laube von MCI Deutschland.

Andreas Laube MCI Deutschland

In Ihrem Whitepaper sprechen Sie von Mikrotrends: Welche Trends und Veränderungen sehen Sie für die Zukunft?

Microtrends sind ja quasi das Gegenstück zu Megatrends. Während die zweiten langfristige Veränderungen sind, sind Microtrends kurze Ausschläge. Natürlich basieren sie auf den Megatrends aber sind eben viel detaillierter, wie beispielsweise:

 

„Situative Nachhaltigkeit“: Dieser Microtrend ist eine Folge des globalen Nachhaltigkeitstrends, spielt sich aber im Kleinen ab. Teilnehmer legen zunehmend Wert darauf, dass einzelne Bereiche in ihrem Leben nachhaltig sind – oder einfacher gesagt: ökologisch vertretbar.

 

„Business-Live-Balance“: Basierend auf dem Megatrend Work-Life-Balance beschränkt dieser Trend sich auf einen klar abgegrenzten Bereich: Teilnehmer machen immer weniger die klare Abgrenzung zwischen „Information“ und „Socialising“. Beide Aspekte müssen also Hand in Hand gehen. Denn der Teilnehmer der Zukunft empfindet ein Event zunehmend „projektorientiert“ und sieht es gesamthaft: Die „over-all-experience“ ist relevanter geworden.

 

Zum Nachlesen: Hier gelangen Sie zum Whitepaper von MCI Deutschland.

Schreit ein ausverkauftes Event nicht schon von selbst nach Erfolg? Ist es die Mühe wirklich wert vor, während sowie nach der Veranstaltung durchgehend Berührungspunkte zu schaffen?

Natürlich ist ein ausverkauftes Event per se erst Mal ein Erfolg. Wir müssen aber anders denken: Warum ist das Event ausverkauft? Natürlich gibt es Themen, die Leute anziehen und quasi allein schon ein Event füllen. Aber das sind die Ausnahmen. Für die große Mehrheit der Events ist es keineswegs selbstverständlich, dass sie bis auf den letzten Platz gefüllt sind.

 

Und was wesentlich wichtiger ist: Ein Event soll ja nicht nur gut besucht sein, sondern auch ein umfassend positives Erlebnis ermöglichen. Wir sprechen hier von der Qualität, wofür es unabdingbar ist, dass wir die Teilnehmer begleiten. Ihnen quasi einen roten Faden an die Hand geben, an dem sie sich am Event bewegen können und der sie genau dahin führt, wo die für sie wichtigsten Themen stattfinden.

 

Und zu guter Letzt: Diese Berührungspunkte vor, während und nach dem Event sind immer auch die Basis für eine Nachfolgeveranstaltung. Im besten Fall füllt sich das Event das nächste Mal schneller – was wiederum die Wirtschaftlichkeit steigert.

Wie kann man konkret dazu beitragen, dass Teilnehmer das Erlebnis nach dem Event möglichst lange in Erinnerung behalten?

Ganz konkret machen wir das dadurch, dass die Teilnehmer individuell angesprochen werden. So sollen die persönlichen Bedürfnisse und Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern übertroffen werden. Das ist die Basis für eine lang anhaltende, positive Erinnerung. Ergänzend dazu ist die Nachkommunikation mit den Teilnehmern sehr wichtig: Erinnerungen können aufgefrischt, zusätzliche Informationen kommuniziert und Feedback eingeholt werden. Im richtigen Timing sorgt dies alles für eine sehr langsam abflachende Erinnerungskurve und damit für eine nachhaltige Wirkung des Events.

Laut der aktuellen XING Events Studie wünschen sich Teilnehmer einerseits den verstärkten Einsatz von digitalen Tools, andererseits schätzen Sie den persönlichen Austausch – wie lässt sich das auf Events vereinbaren?

Die beiden Wünsche widersprechen sich ja nicht, es kommt nur darauf an, wie man diese Möglichkeiten kombiniert. Eine pauschale Aussage ist hier natürlich nicht möglich. Aber es hat sich herausgestellt, dass digitale Tools genutzt werden wollen. Um Informationen zu erhalten, Erstkontakte zu knüpfen und um sich die Orientierung sowie die Organisation an der Veranstaltung zu erleichtern. Einfacher gesagt: um möglichst alles abzudecken, was unnötig Zeit kostet. Daher ist es wichtig, in allen anderen Bereichen ungehinderten und schnellen Zugang zu digitalen Tools zu haben.

 

Zum Nachlesen: Erfahren Sie auf dem Blog, wie Technologien das Event-Erlebnis verbessern können.

 

Die gewonnene Zeit kann dann in persönliche Gespräche, Treffen und Diskussionen gesteckt werden. Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, „digital-freie Zonen“ zu schaffen. Bereiche also, in denen ganz bewusst der persönliche Kontakt im Vordergrund steht. Diese beiden Bereiche zu ermöglichen und auch bestmöglich zu steuern ist die wichtigste Aufgabe.

Worin sehen Sie eine große Herausforderung für die Zukunft der Eventbranche?

Als Herausforderung sehen wir diesbezüglich vor allem die sich immer schneller entwickelnden Micro- und Megatrends. Hier ist es unsere Aufgabe, diese Trends sehr frühzeitig zu erkennen, zu analysieren und Formate zu entwickeln, die den neuen Bedürfnissen entsprechen. Das haben wir schon immer gemacht, verändert hat sich aber die Geschwindigkeit.

Rebecca Loeks

Rebecca Loeks

Als frisch gebackene Online Redakteurin sorgt Rebecca Loeks bei XING Events für wortgewandte Unterstützung. Ihre berufliche Leidenschaft führte sie nach München, wo sie sich nun voll und ganz dem Content-Marketing verschreibt.
Rebecca Loeks

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