Eventtechnologien

Einsatz von Künstlicher Intelligenz – Hype oder Segen in der Eventbranche?

Christian Funk

Künstliche Intelligenz (kurz: KI) begegnet uns heutzutage bereits sehr oft im Alltag. Siri, Alexa oder die automatische Gesichtserkennung, KI können Sie sich nicht mehr entziehen. In diesem Artikel erfahren Sie, an welchem Punkt wir mit diesem Thema stehen und was KI mit der Organisation von Veranstaltungen zu tun hat – beziehungsweise zu tun haben kann.

Schwache, starke und Superintelligenz

Zwei Dinge, die Sie über KI wissen sollten: Stark heruntergebrochen ist KI im Grunde ein Algorithmus (ein Computercode) und KI unterscheidet sich in schwache und starke KI, sowie der künstlichen Superintelligenz. Da nicht jeder die Unterscheidung kennt, hier kurz für Sie zusammengefasst.

Schwache KI: Hierzu gehörten Alexa und Co., aber auch der Schachcomputer, der bereits den Weltmeister schachmatt gesetzt hat. Schwache KI kann im Gegensatz zum Menschen Schlüsse nicht auf einen anderen Bereich übertragen. Das ist der entscheidende Unterschied: Sie ist auf ein Gebiet spezialisiert. Automatisiertes Fahren, Chatbots oder der E-Mail-Spamfilter gehören ebenfalls in diesen Bereich der KI.

Starke KI: KI, die über die gleichen intellektuellen Fähigkeiten verfügt wie ein Mensch. Das ist momentan allerdings nicht der Fall, da KI noch auf einzelne Bereiche beschränkt ist und dem Menschen nicht auf Augenhöhe begegnen kann.

Künstliche Superintelligenz: Von künstlicher Superintelligenz wird gesprochen, wenn die KI in jeder Hinsicht intelligenter als der Mensch ist. Die Frage, die sich stellt, ist wann und ob sie kommt und wie mächtig sie dann wirklich sein wird.

Kann sich schwache KI zu starker KI entwickeln?

Einfach gesagt: Ja, indem Sie den Menschen imitiert. Eigenständige Weiteroptimierung wird im Bereich KI als Deep Learning bezeichnet. Momentan betrifft Deep Learning allerdings nach wie vor nur schwache KI, da Deep Learning sich immer noch auf jeweils einen Bereich beschränkt.

Bedeutet KI Fluch oder Segen?

Technologien Künstliche Intelligenz – Hype oder Segen in der Eventbranche?

In fast allen Lebensbereichen werden Chancen von KI gesehen – egal ob Straßenverkehr, in der Forschung oder in der Industrie. Bitcom-Präsident Achim Berg ist der Meinung, dass KI eine Basisinnovation darstellt. Diese wird die Wirtschaft, Politik und Gesellschaft tiefgreifend verändern. Die Bundesregierung beruft einen Digitalrat zu Zukunftstechnologien, SAP einen Ethikrat für den verantwortungsbewussten Umgang mit Daten. KI ist auf dem Vormarsch.

Technologien Künstliche Intelligenz – Hype oder Segen in der Eventbranche?

KI im Eventbereich

Eventtechnologien drängen auf den Markt der Veranstaltungsorganisation. KI kann vor allem dabei helfen, ein Angebot für einen Veranstaltungsteilnehmer zu personalisieren. Wie das möglich ist? Mit intelligenten Services, die KI benutzen um Nutzerdaten auszuwerten und durch Algorithmen das eigene Angebot auf die Bedürfnisse der Teilnehmer zuschneiden. Ein paar Stichwörter, die Sie auf dem Schirm haben sollten.

Machine Learning: Maschinen, die aus Daten lernen und die Fähigkeit besitzen, aus diesen Daten Generalitäten abzuleiten.

Selbstlernendes CRM: Plattformen, die durch Machine Learning ermöglichen, Teilnehmerdaten zusammenzuführen und zu interpretieren beziehungsweise zu segmentieren. Unterstützen dabei, eine personalisierte Event Experience zu realisieren. CRM steht hierbei für Costumer Relation Management.

Personalisierung: Veranstalter müssen genau verstehen, was Ihre Teilnehmer wollen. Das ist durch valide Daten möglich. KI hilft dabei, Daten auszuwerten. Daten ermöglichen das personalisierte Zuschneiden eines Angebots auf den Teilnehmer, zusätzlich wird ein individuelles Eventerlebnis realisierbar.

Technologien Künstliche Intelligenz – Hype oder Segen in der Eventbranche?

Revival von Beacons: Durch Beacons in Kombination mit Android-basierten Basisstationen ist es ersichtlich, wie lange sich Teilnehmer an einem Stand aufhalten oder welche Dinge sie sich angeschaut haben. Natürlich DSGVO konform, die GEO-Daten werden anonymisiert übermittelt. Die Bewegungsprofile werden durch KI analysiert. Teilnehmer bekommen ein Lead-Scoring mit einer Lead-Temperatur – kalt, warm oder heiß.

Facial Recognition: Nutzer wie Anbieter versprechen sich von der Gesichtserkennung eine schnellere und sichere Registrierung, besonders bei Veranstaltungen mit hoher Besucherzahl und Eventsensibiliät.

XING Events Lesetipp: Let’s get digital: Der Einfluss von VR, Face-ID und Co. auf die Eventbranche.


Fazit: KI bietet Chancen in vielen Bereichen und es bleibt spannend. Der “Hype” wird anhalten. Fluch oder Segen? Das muss jeder für sich entscheiden. Meiner Meinung nach ist es eine Technologie, die in vielen Gebieten helfen kann. Im Eventbereich besonders bei der Datensegmentierung. Eventveranstalter sollten KI also unbedingt im Auge halten.

Christian Funk

Christian Funk ist Redakteur beim Magazin tw tagungswirtschaft. Das praxisorientierte Fach- und Wirtschaftsmedium unterstützt MICE-Entscheider und Veranstaltungsplaner bei der Planung und Organisation von Meetings, Tagungen, Kongressen und Events.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Close

XING Events logo download

Laden Sie unser Logo-Kit herunter

Schnappen Sie sich die ZIP-Datei mit unserem Logo.

Close