Virtuelle Events

8 Monate Online-Events: vom Rückblick zum positiven Ausblick

Mit Blick auf die Branche haben wir in den letzten acht Monaten einen enormen Wandel erlebt – zum Teil sogar mitgestaltet. Während Anfang März unzählige Offline-Events abgesagt oder verschoben werden mussten, fanden schon Mitte des Monats erste virtuelle Gehversuche statt.

Unter enormem Zeitdruck herrschte zu Beginn das Motto „Hauptsache irgendwie online durchführen“ vor. Mittlerweile sagen 90 Prozent der B2B-Unternehmen, dass virtuelle Messen und Events klassische Formate dauerhaft ergänzen können und werden. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen Studie „Digitalisierungsschub 2020 im B2B-Marketing“, des bvik – dem Industrie-Verband für Kommunikation & Marketing.

Lassen Sie uns gemeinsam zurückblicken, (über uns) staunen und gleichzeitig einen positiven Ausblick wagen.
 

Wie und in welche Richtung sich Eventformate entwickelt haben

Wer im März sein Event innerhalb weniger Tage digitalisierte, war erst einmal froh, wenn es aus den Home-Offices dieser Welt reibungslos über die virtuellen Bühnen lief. So setzten Veranstalter·innen zu Beginn der Corona-Krise vor allem auf einfache und bereits praxiserprobte Tools – insbesondere auf die zahlreichen Videokonferenz-Lösungen. Dabei stand statt des bis ins Detail durchdachten Eventkonzepts oftmals die 1:1 Übertragung realer Veranstaltungen ins Internet im Mittelpunkt. Kein Wunder – bei dem Zeitdruck, dem viele Eventplaner·innen ausgesetzt waren.

Besonders schnell waren beispielsweise diese Events online:

  • Die 49. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik (dghd) fand  vom 10. bis 13. März nicht wie angekündigt als Präsenzveranstaltung an der Freien Universität Berlin, sondern ausschließlich virtuell statt.
  • Die Expofestival Talent pro ging vom 23. bis 26. März mit einem neuen Digitalformat an den Start.
  • Zahlreiche Sportstudios und Yoga-Lehrerinnen verlegten schon im März sämtliche Sessions ins Internet. So auch 0711YogaCollective, über die wir in unserer Best-of-März-Ausgabe berichteten.
  • Das Team des Start-Ups ArtNight verwandelte sein Businesskonzept an nur einem einzigen Wochenende von Präsenz-Networking-Events in virtuelle Erlebnisse. Auch davon berichteten wir im März.
  • Anstelle der Leipziger Buchmesse, einer der ersten abgesagten Messen, starteten MDR KULTUR und ARD am 14. März kurzerhand eine virtuelle Buchmesse und übertrugen das geplante Bühnenprogramm einen ganzen Tag live im Netz und im Radio.

Je länger der Lockdown und die Veranstaltungsverbote dauerten, je mehr Veranstaltungen abgesagt und verschoben werden mussten, umso mehr Veranstalter·innen zogen ins Netz. Gestreamt wurde beinahe im Akkord und die Anzahl an neuen Plattform-Anbietern stieg nahezu täglich. Alles fand im digitalen Raum statt: Wohnzimmer-Konzerte, virtuelle Läufe, Online-Ausbildungsmessen, mehrtägige Online-Festivals, virtuelle Eventreihen, digitale Business-Summits, virtuelle Museumsrundgänge, Cyber-Bier-Tasting, Online-Vertriebstagungen sogar die Gottesdienste wanderten zu Ostern ins Internet.

XING Events Lesetipp: Wie Sie virtuelle Events, Messen und Konferenzen organisieren

Nach und nach nahm auch die Vielfalt der umgesetzten Eventkonzepte zu. Große Konzerne steckten immer mehr Zeit und Ressourcen in ihre virtuellen Präsenzen und erkannten schnell den Mehrwert eines digitalen Messeauftrittes. So verlängerte der Schweizer Industriekonzern Bühler seine viertägige virtuelle Messe aufgrund der hohen Resonanz kurzerhand um mehrere Wochen, um so überhaupt der großen Nachfrage nach 1:1 Videogesprächen nachkommen zu können. Ein Trend, der mittlerweile fast Standard ist: 1:1 Videochat, statt eines Textchats.

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Von ausgewählten Highlights und bestehenden Herausforderungen

Seitdem haben unzählige virtuelle Events bewiesen, was viele Akteure noch im Februar für unmöglich hielten: Online-Events haben ihre Berechtigung und können funktionieren. Sie locken Teilnehmende aus allen Ländern der Welt an, sind langlebiger, lassen sich exakt auswerten und bringen mit der richtigen Strategie Geld ein.  

Natürlich gibt es auch Herausforderungen. Herauskristallisiert haben sich vor allem die kurze Aufmerksamkeitsspanne und die zahlreichen Ablenkungen im Netz – erst recht im Home-Office. Darüber hinaus ist Netzwerken und Interaktion in der realen Welt deutlich einfacher als über Bildschirme. Doch auch hierfür gibt’s spannende Ideen: VR, Matchmaking, Präsentboxen oder Speed-Dating holen das beste aus digitalem Networking und virtueller Personalisierung heraus.

Und auch die Technik schlägt dem ein oder anderen nach wie vor ein Schnippchen – sowohl auf Veranstalter·innen- als auch auf Teilnehmer·innen-Seite. Hier brauchen wir wohl einfach Geduld, mehr Erfahrung, stabilere Tools und Internetverbindungen und ausreichend Serverkapazitäten.

Besonders kreative virtuelle Welten

„Events müssen keineswegs 1:1 in die reale Welt kopiert werden“, das dachten sich wohl auch die Macher der IMEX und kreierten kurzerhand für ihre digitale Planet IMEX eine Inselwelt, die so gar nichts mit der klassischen B2B-Messe in Frankfurt zu tun hatte.

Die virtuelle Inselwelt der Planet IMEX
Die virtuelle Inselwelt der Planet IMEX

Manchmal allerdings ist sehr passend, die bisherige und bekannte Welt möglichst detailgetreu ins Internet zu übertragen. Ein hervorragendes Beispiel dafür ist das Musikfestival Tomorrowland, das seine märchenhaften Bühnen ziemlich realistisch in 3D-Welten abbildete.

Das Tomorrowland 2020 als virtuelle 3D-Welt

Ebenfalls sehr kreativ zeigte sich das Veranstalterteam hinter dem Unleash the Power Within VIRTUAL Event, das die Teilnehmenden tatsächlich einbezog. Dank einer riesigen halbrunden Bühne mit unzähligen, eingeschalteten Videobildern kam ein echtes Gemeinschaftsgefühl auf.

Das besondere Bühnen-Setup beim Unleash the Power Within VIRTUAL Event

Fazit

Online-Events sind deutlich mehr als eine Reihe hintereinander geschalteter Webinare oder Videokonferenzen. Dass wir alle dazu beitragen können, dass sie emotional berühren, Botschaften vermitteln und Teilnehmende untereinander vernetzen, haben wir in den letzten Monaten eindrucksvoll erlebt. Ganz sicher stehen wir bei dieser Entwicklung erst am Anfang und werden mit Blick auf die gerade entstehenden hybriden Eventformate in wenigen Monaten erneut erstaunt auf das Erreichte zurückblicken können.

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Bettina Knauer Content Marketing & PR Managerin, XING Events

Ihre ersten Schritte in der Kommunikation machte Bettina vor rund sieben Jahren - damals als Studentin der Politik und Soziologie. Marketing und Corporate Communications ließen sie nicht mehr los und führten sie zunächst für den Master nach Leipzig, bevor sie beruflich in München landete. Seit 2019 verbindet sie ihre Leidenschaft für gute Inhalte, Unternehmenspositionierung und digitale Kanäle bei XING Events, wo sie Content Marketing und PR verantwortet.

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