Virtuelle Events

Die Alternative zu Live-Online-Events: Video-Hosting Plattformen

Bettina Knauer

Virtuelle Veranstaltungen sind momentan die einzige Alternative zu realen Events. Während viele Veranstalter und Unternehmen auf eine Übertragung ihrer Inhalte in Echtzeit setzen, gibt es auch einige, die diese on demand bereitstellen. Das funktioniert entweder als Ergänzung im Nachgang der Online-Veranstaltung oder als alleinige Webpräsenz. Dabei haben On-Demand-Events durchaus ihre Berechtigung. Wer beispielsweise über das Tool von GoToWebinar ein digitales Event ansetzt, wird gleich bei der Planung darauf hingewiesen, dass on demand von 75 Prozent der User bevorzugt wird.

Haben Sie sich einmal für ein On-Demand-Event entschieden, steht als nächstes die Frage nach Plattform und Preisgestaltung an. Selbst wenn wir momentan viele virtuelle Veranstaltungen in der kostenfreien Variante sehen, so ist doch klar, dass dies nicht ewig so weitergehen kann. Auch digitale Events verursachen Kosten; beispielsweise für Speaker, Moderatoren, für die Organisation und für die involvierte Technik. Außerdem profitieren die Teilnehmer von den angebotenen Inhalten – so wie bei den Live-Events. Bei diesen monetarisieren Sie die Event-Inhalte mithilfe kostenpflichtiger Tickets, während Sie sich bei Online-Events on demand die Inhalte per View bezahlen lassen. Grund genug, sich für letztere Option einmal einige Video-Hosting-Plattformen anzusehen.

XING Events Lesetipp: Virtuelle Events, Konferenzen und Messen – mit diesen Tools klappt's
 

Die Auswahl einer geeigneten Video-Hosting-Plattform

Wie schon in unserem Blogbeitrag zum Datenschutz bei Online-Events erwähnt, sollte auch bei der Auswahl einer geeigneten Video-Hosting-Plattform der Datenschutz von Anfang an eine Rolle spielen. Anbieter aus Deutschland oder der EU unterliegen direkt der DSGVO und bieten Ihnen daher einen gewissen Standard in Sachen Datenschutz und -sicherheit. Darüber hinaus gibt es vier weitere wichtige Faktoren:

1.    Die Wahl der Sprache 

Möglicherweise ist das Bedienen einer englischsprachigen Plattform für Sie ganz selbstverständlich. Viele Nutzer aus Deutschland sind jedoch im Umgang mit der englischen Sprache nicht ganz so fit. Im europäischen Vergleich schaffen wir es in Deutschland gerade einmal auf Platz neun in Sachen „EF English Profiency Index”. Bedenken Sie dies bei der Auswahl der Video-Hosting-Plattform. 

2.    Währung und Zahlungsmittel

Darüber hinaus spielt auch die Währungseinheit für kostenpflichtig eingestellte Videokurse eine Rolle. So stellt für viele Teilnehmer die Bezahlung in US-Dollar oder anderen fremden Währungen eine Hürde dar. Gleiches gilt für die Wahl der Zahlungsmittel. Während es in anderen Ländern akzeptiert ist, mit PayPal oder via Kreditkarte zu zahlen, bevorzugen die Deutschen eine Überweisung und eine nach deutschen Vorschriften ausgestellte Rechnung fürs Finanzamt. Manche Plattformen bieten auch Aktionscodes an, mit denen Sie als Veranstalter den Zugang zur Plattform für Ihren Kunden kostenfrei gestalten können. So sind Sie in der Preisgestaltung für komplette Eventpakete und auch bei der Gestaltung Ihrer Rechnungen unabhängig von der Video-Plattform.  

3.    Plattform mit oder ohne Marktplatz?

Überlegen Sie sich vorab, ob Sie Ihre Videos auf einer Plattform mit integriertem Marktplatz anbieten wollen. Eine Präsenz auf einem integrierten Marktplatz bedeutet, dass Ihre Videos zusammen mit vielen anderen Online-Kursen, Webinaren und mehr angezeigt werden. Wer noch sehr unbekannt auf dem Markt ist, für den kann ein angeschlossener Marktplatz von Vorteil sein – wie es beispielsweise bei Udemy der Fall ist. Allerdings sind die Preise für einzelne Online-Kurse auf diesen Plattformen oftmals sehr gering. Wer höhere Verkaufspreise für seine Angebote durchsetzen möchte, hat das auf diesen Niedrigpreis-Plattformen deutlich schwerer. So werden auf Udemy Kurse für 200 Euro auch gern als Sonderangebot für nur 10 Euro verkauft. Da werden Sie nur sehr schwer eine Videoaufzeichnung für 500 Euro oder mehr verkaufen können. 

Haben Sie einen eigenen großen Verteiler, eine gewisse Marktbekanntheit und höhere Teilnahmepreise, lohnt sich eine Video-Hosting-Plattform ohne weiteren Marktplatz. 

4.    In eigenem oder fremdem Namen verkaufen

Überlegen Sie sich, wer der Absender Ihrer Videoaufnahmen sein soll. Das heißt entscheiden Sie, ob Sie Ihr Online-Angebot unter ihrem Namen verkaufen oder ob dies ein Reseller für Sie übernimmt. Bei letzterem schließt Ihr Kunde einen Vertrag mit dem Reseller und nicht mit Ihnen. Dafür übernimmt er allerdings auch die Rechnungslegung für Sie und erspart Ihnen somit administrativen Aufwand, der sich in der Höhe der Provision an den Anbieter durchschlägt. Anders ausgedrückt: Die Provisionszahlungen an eine Video-Hosting-Plattform sind geringer, wenn Sie selbst im eigenen Namen und auf eigene Rechnung Ihre Aufzeichnung verkaufen.

Anbieter von Video-Hosting-Plattformen

Nachfolgend stellen wir Ihnen einige der bekanntesten Tools vor. Aufgrund der aktuellen Lage ergänzen und ändern diese Plattformen ihre Angebote laufend. Prüfen Sie daher stets, ob die vorgestellten Konditionen noch zutreffen, oder ob es gar Sonderangebote, kostenfreie Testzugänge, weitere Sprachen und Währungen gibt. 

XING Events Hinweis: Entgegen einiger Annahmen, können beziehungsweise dürfen auf YouTube gehostete Videos nicht monetarisiert oder hinter eine PayWall gestellt werden. Die YouTube Nutzungsbedingungen untersagen dies. Was dagegen möglich ist: Online-Events, Vorträge und Diskussionspanels kostenlos auf YouTube zu streamen oder zu veröffentlichen.

Elopage

Mit elopage verkaufen Sie digitale Produkte im eigenen Namen nach nur wenigen Minuten Set-up-Zeit. Das Tool bietet alle gängigen Zahlungsmittel wie Sofortüberweisung oder Kauf auf Rechnung. Ab der Advanced-Version für monatlich 49 Euro ist die automatische Rechnungserstellung ebenso inkludiert wie umfangreiche Tracking-Optionen und Customizing. Das Tool umfasst zahlreiche Marketing-Funktionen, lässt sich flexibel nutzen beziehungsweise kündigen und bietet darüber hinaus auch ein Reseller-Modell an. 
Sitz des Unternehmens: Deutschland, Berlin
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Kajabi

Auf der englischsprachigen Plattform von Kajabi können Eventveranstalter bis zu 100 Produkte einstellen und online verkaufen, wobei die Basic-Variante lediglich drei beinhaltet. Das Tool bietet umfangreiche Marketing-Funktionen wie Landingpages und E-Mail-Marketing ebenso an wie Templates, Umfragefunktionen und Support via Chat an. Der All-in-one-Ansatz macht es Einsteigern leicht, das umfangreiche Tool zu nutzen. Allerdings begibt man sich als Eventveranstalter so auch in eine gewisse Abhängigkeit. Kajabi bietet als Zahlungsmittel für Ihre Webteilnehmer PayPal und Stripe an. 
Sitz des Unternehmens: USA, Kalifornien, Irvine
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Oneclickbusiness

Die deutschsprachige Plattform Oneclickbusiness aus der Schweiz bietet ihren Kunden neben dem Hosting der Aufzeichnungen auch einen kompletten Mitgliederbereich für Ihre Online-Angebote. Darüber hinaus sind conversionstarke Templates integriert, die bei schnellstmöglichen Ladezeiten auch mobil funktionieren. Das hundertprozentig DSGVO-konforme Tool beinhaltet die automatisierte Rechnungslegung über Digistore24. Dort sind für Kunden aus Deutschland und Österreich alle gängigen Bezahlmethoden enthalten: Sofortüberweisung, SEPA-Lastschrift, Überweisung und Vorkasse, PayPal sowie Kreditkarte.  
Sitz des Unternehmens: Schweiz, Rotkreuz
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Udemy

Die größte amerikanische Plattform für Onlinekurse und Videohostings mit der 30-Tage-Geld-zurück-Garantie zählt 30 Millionen Teilnehmer mit mehr als 50 Sprachen zu ihren Kunden. Hier gibt es auch zahlreiche kostenfreie Kurse. Die Preise für Ihre eigenen Videos werden dort gleich in Euro angezeigt, wenn Sie im Euro-Raum ansässig sind. Das Tool bietet Kreditkarten und PayPal als gängige Zahlungsmittel an, während Firmenkunden auf Rechnung zahlen dürfen. Der angeschlossene Marktplatz von Udemy bietet derzeit über 100.000 Onlinekurse, so dass Sie hier einen gewissen Traffic auch für Ihre Video-Aufzeichnung erwarten dürfen. 
Sitz des Unternehmens: USA, San Francisco
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Vimeo

Auch die bekannte Video-Plattform Vimeo bietet Optionen zur Monetarisierung Ihrer Web-Aufzeichnungen an. Vimeos on demand-Videodienst PRO kostet 16 Euro pro Monat plus einer Provision von zehn Prozent der getätigten Umsätze und kann für 30 Tage kostenfrei getestet werden. Darin enthalten sind unter anderem ein einbettbarer Player ohne Bannerwerbung inklusive Kaufen-Button, die Unterstützung von Untertiteln sowie statistische Auswertungen Ihrer Verkäufe und mehr. Vimeo bietet mehrere Währungen, Aktionscodes und Rabatte sowie eine einfache API-Einbindung an. Außerdem können die Zuschauer ein Video kaufen oder nur mieten; also nur für kurze Zeit anschauen. 
Sitz des Unternehmens: USA, New York City
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Wistia 

Alle Standard-Features gibt es auf der englischsprachigen Plattform von Wistia in der kostenfreien Basisversion. Dazu zählen drei Videos, 200 GB Bandbreite pro Monat, bis zu 250 Abonnenten für Ihren Videokanal, eingebaute Funktionen für Interaktionen und Sharing, Analytics und A/B Tests sowie Integrationen zu MailChimp, HubSpot, Marketo, Pardot, Zapier und Co. Ab 90 Euro monatlich ist der Videoplayer individuell auf Ihr Branding anpassbar und Sie können zehn Videos in Ihrem Kanal zeigen. Wistia selbst bietet keine Paywall an, das heißt Sie müssen selbst eine passwortgeschützte Seite vor Ihre Videos schalten. 
Sitz des Unternehmens: Cambrigde, MA, USA
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Fazit

Wer die Inhalte seiner Online-Events monetarisieren möchte, für den gibt es einige Video-Hosting-Plattformen zur Auswahl. Bevor Sie sich für eine dieser Plattformen entscheiden, schauen Sie sich noch einmal Ihre Zielgruppe an. Kommt diese vor allem aus Deutschland und ist eher skeptisch gegenüber fremdsprachigen Portalen mit einer fremden Währung? Oder haben Sie ein internationales Publikum, das PayPal und Kreditkarten als Zahlungsmittel gewohnt ist? Denken Sie neben den Sprach- und Bezahlhürden ebenfalls an die Einhaltung des Datenschutzes, an die Gestaltung Ihrer Online-Ticketpreise sowie an den gewünschten Leistungsumfang einer Video-Hosting-Plattform.

Lassen Sie sich zur Umsetzung Ihres virtuellen Events beraten

Bettina Knauer Content Marketing & PR Managerin, XING Events

Ihre ersten Schritte in der Kommunikation machte Bettina vor rund sieben Jahren - damals als Studentin der Politik und Soziologie. Marketing und Corporate Communications ließen sie nicht mehr los und führten sie zunächst für den Master nach Leipzig, bevor sie beruflich in München landete. Seit 2019 verbindet sie ihre Leidenschaft für gute Inhalte, Unternehmenspositionierung und digitale Kanäle bei XING Events, wo sie Content Marketing und PR verantwortet.

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