Virtuelle und hybride Events

Online-Messe – Definition, Tools und Trends

Online-Messen gab es zwar bereits vor Corona, doch so richtig schafften diese den Sprung in den Marketing-Mix von Aussteller·innen und in das Angebot von Veranstalter·innen erst mit dem Beginn der Pandemie. Getrieben durch die ständig wachsenden Ansprüche von Teilnehmenden, Aussteller·innen und Veranstalter·innen sowie der Kreativität der IT-Anbieter·innen entwickelten sich diese permanent weiter. Deshalb wollen wir Ihnen mit diesem Artikel einen kompakten Überblick über Online-Messen, deren Vielfalt sowie geeignete Add-Ons für mehr Interaktion auf den virtuellen Messe-Pendants geben.

Das versteht man unter einer Online-Messe

Eine Online-Messe bringt, ebenso wie ihr Pendant aus der physischen Welt, Aussteller·innen und Besucher·innen zu einem bestimmten Thema im Internet zusammen. Dabei kann, wie bei einer klassischen Hausmesse, auch ein·e einzelne·r Aussteller·in zu einer Online-Messe einladen. Er oder sie wird damit selbst zum oder zur Veranstalter·in der digitalen Messe. Online-Messen können auf dedizierten Plattformen stattfinden oder über Videokonferenz- und Streaming-Services ins Internet übertragen werden. Ob sich die Teilnehmer·innen dabei wie auf einer klassischen Website mit der Maus bewegen, als Avatar einloggen, in eine VR-Welt begeben oder live mit ihrem Videobild zu sehen sind, hängt von der Tool-Auswahl der Veranstalter·innen ab.

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Unterschiede zwischen einer Online-Messe und einer klassischen Messe in Präsenz

Während Präsenzmessen häufig auf einen konkreten Zeitraum, meist wenige Tage, begrenzt waren und sind, können Online-Messen durchaus über mehrere Wochen, Monate oder gar ganzjährig verfügbar sein. In der Praxis konzentriert sich das Kernprogramm vieler digitaler Messen jedoch ebenfalls auf wenige Tage – oft zeitlich verlängert um ein vor allem in der Interaktivität reduziertes On-demand-Angebot.

Klassische Messen in Präsenz zeichnen sich, neben einer oftmals großen Branchen- und Themenvielfalt, durch das Zufallsprinzip aus. Das auch als Serendipity bekannte Prinzip beschreibt die zufälligen Begegnungen mit anderen Menschen und die zufällige Entdeckung von Produkten und Services, die Messebesucher∙innen nicht konkret gesucht hatten. Gerade dieses Zufallsprinzip sowie das Networking von Angesicht zu Angesicht lassen sich auf Online-Messen deutlich schwerer umsetzen.

Ist eine digitale Messe eine Alternative für alle Themen und Branchen?

Grundsätzlich ist es möglich, für alle Themen und Branchen eine Online-Messe als Alternative zu einer physischen Variante durchzuführen. Zahlreiche Aussteller·innen, Veranstalter·innen und Dienstleister·innen bewiesen in der Pandemie, dass sich Themen ins Internet übertragen lassen, bei denen es zuvor kaum jemand für möglich hielt. Erinnern Sie sich nur einmal an die digitalen Kochshows, an Catering- oder Geschenkboxen ins Home-Office, an Bier-, Gin- oder Wein-Tastings, an Online-Yoga und vieles mehr.

Allerdings eignen sich einige Themen für eine Online-Messe grundsätzlich eher als andere. Vor allem dann, wenn es auf Ihrer Messe darum geht, dass Menschen etwas ausprobieren oder anfassen sollen, ist eine Präsenzmesse deutlich im Vorteil. Ebenso kann bei Ihrer Messe das Zufallsprinzip oder das Networking im Vordergrund stehen und auch dann ist die physische Messe gegenüber der Online-Messe meist im Vorteil.

Doch lassen Sie sich von diesen tendenziellen Aussagen nicht von einem digitalen Vorhaben abschrecken. Es gibt zahlreiche Erfolgsbeispiele von Online-Messen aus der Lebensmittelbranche oder von solchen, bei denen gerade das Networking im Fokus steht –  beispielsweise die Bits & Pretzels.

Die VExCon21 war ein gutes Beispiel für eine gelungene Online Messe.

So haben sich Online-Messen in zwei Corona-Jahren verändert

Ging es zu Beginn der Pandemie vor allem darum, “irgendwie” seine Messe oder Messepräsenz ins Internet zu bringen, wuchsen die Ansprüche und die Möglichkeiten für virtuelle Messen im Laufe der Zeit stark. Reine Streamings ohne Interaktion, instabile Event-Plattformen, virtuelle Messen mithilfe einer Link-Sammlung zu Zoom & Co. wichen schnell immer ausgefeilteren Messekonzepten und eingesetzter Event-IT.

Waren 1:1 Videocalls anfangs noch eher eine Seltenheit, setzten auch diese sich immer häufiger als Standard auf den Plattformen zahlreicher Anbieter·innen durch. Features wie Breakout Sessions, integrierte Umfragen, Q&A-Runden, ein lebendiger Event Feed, Matchmaking, Networking-Karusselle, parallele Sessiontracks und umfangreiche Dashboards zu den Statistiken der virtuellen Messe gehören heute zum Standard.

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Digitale Zwillinge in 3D, abstrakte Messestände oder Online-Standprofile?

Das Erscheinungsbild von Online-Messen variiert stark. Setzen einige Veranstalter·innen auf einen möglichst echten Nachbau des Messestandes oder der Messehallen in einer 3D-Welt, präferieren andere eher abstrakt gehaltene Messestände. Wiederum andere Veranstalter·nnen bieten eine reine Online-Fläche mit Logo, Texten, Videos und Downloads als digitalen Messestand an.

Ein “richtig” oder “falsch” gibt es hier nicht. Vielmehr geht es darum, was zu Ihrer Marke und zu dem, was Sie präsentieren wollen, passt - und nicht zuletzt auch darum, was Ihre Zielgruppe präferiert. Eine Buchmesse, die zahlreiche Verlage und Bücher präsentieren möchte, kommt vermutlich sehr gut mit einem Design zurecht, das eher an einen Online-Shop erinnert als die 3D-Welt der Messehalle zu zeigen. Wer hingegen durch seine virtuelle Standoptik auffallen und so die Besucher·innen in seinen Bann ziehen will und dort auch tatsächlich etwas in 3D zeigen kann, der erreicht mit einer 3D-Welt eine große Aufmerksamkeit – sehr geeignet zum Beispiel für komplexe Maschinen, luxuriöse Hotels oder Yachten. Ob Sie nun auf eine abstrakte Messeoptik setzen oder auf das gelernte Design und die User Experience einer klassischen Webseite ist vor allem eine Geschmacksfrage.

Virtual Reality auf einer Online-Messe

Darüber hinaus können Sie eine Online-Messe auch auf einer VR-Plattform umsetzen. Dafür brauchen Ihre Messebesucher·innen eine VR-Brille oder Sie stellen eine browserbasierte Variante der VR-Welt für die Messegäste zur Verfügung. So können die Teilnehmer·innen noch tiefer, sprich immersiver, in Ihre Welten eintauchen. Grenzen erfährt diese Variante einer virtuellen Messe durch das enorme Datenvolumen, das für lange Ladezeiten im Browser sorgt sowie die geringe Verbreitung von VR-Brillen – erst recht in Home-Offices.

Virtuelle Messeanbieter·innen – auf diesen Plattformen können sich Aussteller·innen präsentieren

IT-Anbieter·innen für eine virtuelle Messe gibt es mittlerweile fast so viele wie Sand am Meer. Grundsätzlich können Sie eine Online-Messe mithilfe dieser IT umsetzen:
 

  • Videokonferenz-Tool
    Gerade Hausmessen oder Webinarreihen lassen sich mit Zoom und Co. realisieren.
  • eigene Website plus integriertes Streaming
    Wenn Sie mehr Besucher·innen erwarten und jene vor allem über Inhalte informieren wollen, können Sie auf diesen Mix setzen.
  • Event-Plattformen ohne Messestände
    Gemeint sind hier die Plattformen, auf denen Aussteller·innen ein Online-Unternehmensprofil erhalten und mit Logo, Text, Bildern, Videos und Marketingmaterialien zum Download füllen können. In diese Kategorie gehören beispielsweise Cvent, Eventmobi, iventic, Hubilo, Let’s Get Digital, SCOOCS, swapcard, talque und viele weitere.
  • Messe-Plattformen mit visualisierten Messeständen
    Ob nun in 2D oder in 3D – auf diesen Plattformen werden Messestände als solche visualisiert. Hierzu zählen beispielsweise expo-IP, FastLane, Corporate Island, Fairsnext, Vrtual X, meetyoo, roomskale, rooom, vivenio, VISIOVENT, V-Messe, VR-Easy, V-Ex und viele weitere.

Interaktive Tools für eine Online-Messe

Dank Interaktion bleiben Ihre Teilnehmer·innen aufmerksam und interessiert dabei. Das erhöht die Verweildauer auf der Plattform und führt dazu, dass sie sich positiver und länger an den vermittelten Content oder Ihre Marken-Botschaften erinnern. Je weniger integrierte Features Ihre Plattform bereits beinhaltet, desto eher sollten Sie sich nach Drittlösungen umschauen. Setzen Sie dabei jedoch stets nur die Tools und Interaktionen ein, die zu Ihrer Online-Messe passen. Wer das Networking fördern möchte, braucht ein Tool, dass die Teilnehmer·innen vernetzt und wer vor allem Leads generieren will, braucht Lösungen, die sich auf die Kommunikation mit den Website-Besucher·innen spezialisiert haben.

Besonders beliebte interaktive Tools für eine Online-Messe sind:

  • ein Online-Fotomosaik oder eine Online-Foto-Landkarte,
  • Online-Spiele wie Kahoot, Wordle oder Scribble.io,
  • Votingtools für Umfragen, Abstimmungen, Wortwolken oder Q&A-Runden,
  • Networking-Plattformen wie wonder, spatial.chat oder trember,
  • Networking-Features wie Speed-Dating, Networking-Karussell oder eine Tinder-Funktion,
  • Add-Ons für einen virtuellen Applaus oder solche, die Zuschauer mit einem Klick live in eine Podiumsdiskussion reinholen.

Fazit

Online-Messen können eine attraktive Alternative als auch eine reichweitenstarke Erweiterung physischer Messen sein. Mit dem richtigen Konzept und passenden Interaktionstools kann es Ihnen gelingen, deutlich mehr Besucher·innen auf Ihren Inhalt oder Ihre Marken-Botschaften aufmerksam zu machen. Die Zahl der Möglichkeiten sowie der IT-Anbieter·innen, die Sie dabei unterstützen, sind nahezu endlos – auch für Themen und Branchen, die sich auf den ersten Blick weniger für eine Online-Messe eignen.

XING Events Tipp: Sie möchten mehr über die Trends erfahren, die die Eventbranche bestimmen werden? Werfen Sie einen Blick in den XING Events Trendreport.

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Antje Schwuchow Senior Content Marketing & Event Manager

Als Senior Content Marketing & Event Managerin verantwortet Antje den Content- und PR-Bereich sowie die Konzeption eigener Kundenveranstaltungen – dazu gehören Offline-Events wie die XING Events Academy ebenso wie die Online-Formate VExCon, Digital Stage und die Insights. Ebenso organisiert sie die Präsenz von XING Events auf externen Events und Messen

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