Virtuelle Events

VExCon 2020: 3 Fragen an unsere Speaker·innen

Virtuelle Messehallen gefüllt mit dem „who is who“ der Veranstaltungsindustrie, ein dreitägiges Konferenzprogramm rund um Trends und Best Practices aus der digitalen Eventwelt, Online-Workshops und jede Menge Networking – die VExCon geht vom 7. bis 9. Oktober in die vierte, virtuelle Runde.

Wir haben vorab mit einigen unserer Speaker·innen über deren Erfahrungen auf und mit Online-Events, das Motto der diesjährigen VExCon – „Interaktivität 2.0“ – und die Zukunft der Branche gesprochen und Ihnen die spannenden Antworten hier zusammengefasst. Auf weitere Einblicke dürfen Sie sich während der Konferenz freuen. Hier geht’s zur kostenlosen Anmeldung. 
 

Matthias Schultze zur XING Events VExCon 2020
Christoph Commes zur XING Events VExCon 2020
Steffen Meier zur XING Events VExCon 2020
Matthias Walenda zur XING Events VExCon 2020
Pheel Fresh! zur XING Events VExCon 2020
Marcus Merheim zur XING Events VExCon 2020
Timm Schröder zur XING Events VExCon 2020

Matthias Schultze, Managing Director, GCB German Convention Bureau e.V.

Was sind die relevanten Unterschiede zwischen einem Online- und einem Offline-Event?

Ob Online- oder persönlicher Vortrag: Das A und O sind spannende und vor allem zielgruppenrelevante Inhalte – alles weitere leitet sich daraus ab. Jenseits dessen gibt es natürlich wesentliche Unterschiede zwischen den beiden Formaten, da sich auch die Delegate Journeys von realen und virtuellen Teilnehmer·innen unterscheiden. „One size fits all“ hilft hier nicht weiter. Virtuelle Teilnehmer·innen haben beispielsweise erfahrungsgemäß eine kürzere Aufmerksamkeitsspanne, weswegen die einzelnen Sessions und Vorträge einer Veranstaltung kürzer gehalten werden sollten. Wichtig ist, sich in die Teilnehmer·innen hineinzuversetzen und Inhalte wie auch Formate daran auszurichten. Dazu gehört auch, Dinge auszuprobieren und weiterzuentwickeln.

„Interaktivität 2.0“ ist das Motto der diesjährigen VExCon – inwieweit wird sie auf Online-Events bereits umgesetzt und woran mangelt es noch?

Es gibt viele gute Ideen und neue Tools, um ein Online-Event als echten Dialog gestalten zu können. Damit die Teilnehmer·innen nicht einfach nur zugeschaltet sind, sondern tatsächlich mit der Live-Veranstaltung und den Referent·innen interagieren, können zum Beispiel Umfragen, ein kurzes Quiz oder Chats mit anderen Teilnehmer·innen umgesetzt werden. Auch die Vertiefung von Vortragsinhalten in direkt anschließenden, kleineren Breakout-Sessions ist eine gute Möglichkeit des Austauschs. Die Devise lautet „form follows function“ – interaktive Elemente sollten stets zu den Zielen und Inhalten einer Veranstaltung passen.

Wie wird sich aus Ihrer Sicht die Eventbranche zukünftig gestalten?

Tagungen, Kongresse und Events sind Impulsgeber und Plattformen für den Wissensaustausch – daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Die Art und Weise, wie Veranstaltungen geplant und umgesetzt werden, wandelt sich momentan allerdings sehr dynamisch. Entscheidend ist es, innovative Konzepte und Formate zu entwickeln, neue Netzwerke zu formen und neue Skills aufzubauen, um kreative Lösungen für veränderte Bedürfnisse anbieten zu können. Der Schlüssel liegt in einem doppelten Fokus auf persönlicher Begegnung und digitaler Vernetzung. Dazu bedarf es zum einen vielfältiger Strategien, wie der Tagungs- und Kongressstandort Deutschland als Gastgeber für Millionen von Menschen aus dem In- und Ausland inspirierende persönliche Begegnungen schaffen kann. Zum anderen sind technologisches Know-How und eine erstklassige Infrastruktur gefragt, um Veranstaltungsteilnehmer·innen auch im virtuellen Raum miteinander zu vernetzen. Wenn uns das gelingt, positionieren wir den Tagungs- und Kongressstandort Deutschland damit nicht nur an der Spitze, sondern „at the heart of future events“.

Christoph Commes, Managing Director & COO/CFO, Bits & Pretzels

Was sind die relevanten Unterschiede zwischen einem Online- und einem Offline-Event?

Die Unterschiede sind in der Vorbereitung nicht sehr groß. Das Speaking selbst ist anders, zumal man kein direktes Feedback über Mimik und Gestik der Zuhörer erhält und man keine Information hat, wie sich die Zuhörerzahl während des Beitrags verändert.

„Interaktivität 2.0“ ist das Motto der diesjährigen VExCon – inwieweit wird sie auf Online-Events bereits umgesetzt und woran mangelt es noch?

Viele Konferenzen versuchen zu sehr physische Formate 1:1 in den virtuellen Raum zu transferieren. Darunter leidet die Interaktivität, zumal im virtuellen Raum viele neue Möglichkeiten bestehen.

Wie wird sich aus Ihrer Sicht die Eventbranche zukünftig gestalten?

Die Zukunft liegt sicherlich in hybriden Formaten. Abhängig von Covid-19 Beschränkungen werden physische Events wieder zurückkehren; wir sind es einfach weiterhin gewohnt uns persönlich auszutauschen und zu vernetzen. Dennoch werden Veranstalter viel stärker versuchen ihre Formate digital zu verlängern.

Steffen Meier, Digitalexperte und Hrsg. "DIGITAL PUBLISHING REPORT"

Was sind die relevanten Unterschiede zwischen einem Online- und einem Offline-Event?

In der Vorbereitung selbst gibt es für mich tatsächlich kaum Unterschiede – letzten Endes entscheidet der spannende (Vortrags)Inhalt. In der Durchführung fehlt mitunter das Gefühl für die Umgebung und die Teilnehmer·innen, der Augenkontakt, der Blick auf die nonverbale Kommunikation. Letzten Endes redet man bei Online-Events ja primär mit dem eigenen Monitor, der einen anschweigt. Bei manchem Publikum mag das aber auch ein Vorteil sein. A propos Vorteil: der Wegfall von Reisezeiten und der Wegfall eines physischen Event-Dresscodes ist ein echter Bonus!

„Interaktivität 2.0“ ist das Motto der diesjährigen VExCon – inwieweit wird sie auf Online-Events bereits umgesetzt und woran mangelt es noch?

Das grundlegende Problem ist wieder einmal die stumpfe Übertragung des Physischen ins Digitale. Mein Liebling: „Aber wie kann ich denn Visitenkarten austauschen?“.  Jedes Event hat seine eigenen Formen der Interaktivität und inzwischen versuchen sich löblicherweise viele Veranstalter·innen an digitalen Austauschformaten statt Frontalunterricht (den es übrigens bei physischen Events auch noch oft genug gibt). Viel lernen kann man da von digitalen BarCamps.

Wie wird sich aus Ihrer Sicht die Eventbranche zukünftig gestalten?

Ich finde bei allen digitalen Belangen diese entweder-oder-Diskussion sehr ärgerlich. Im Moment findet vieles zwangsweise im Digitalen statt, aber man sollte diese Erfahrungen später nutzen, um Events zu gestalten, die das Beste aus beiden (digitalen wie physischen) Welten vereinen.

Matthias Walenda, Founder, Fusion Fairs & ITCS

Was sind die relevanten Unterschiede zwischen einem Online- und einem Offline-Event?

Online-Events erreichen Zuhöhrerzahlen, von denen Offline-Events nur träumen. Dafür muss die Speech kürzer und knackiger sein, da der User jederzeit wegschalten kann.

„Interaktivität 2.0“ ist das Motto der diesjährigen VExCon – inwieweit wird sie auf Online-Events bereits umgesetzt und woran mangelt es noch?

Die Interaktion mit Besucher·innen wie auch mit anderen Aussteller·innen auf Online-Events ist neben der visuellen Präsentation des Unternehmens das wichtigste. Viele verschiedene Möglichkeiten werden bereits super umgesetzt. Vom Textchat, über Videochat bis hin zu Gamification-Komponenten und der direkten Kommunikation mit dem virtuellen Publikum über Streamingchannels und Social Media.

Wie wird sich aus Ihrer Sicht die Eventbranche zukünftig gestalten?

Die Eventbranche muss sich den Herausforderungen, die hybride Events mit sich bringen, stellen und digitaler werden. In Bezug auf Software, Streaming und Interaktionsmodelle.

Pheel Fresh!, Rap-Beatbox-Duo, Agentur ZEITBEFREIT

Was sind die relevanten Unterschiede zwischen einem Online- und einem Offline-Event?

Die Ansprache muss wesentlich direkter sein, um vor der Kamera bis zum Gast am Bildschirm durchzudringen und ein Gefühl für die Kund·innen zu bekommen, ohne die Schwingungen auf dem Live-Event einfangen zu können.

„Interaktivität 2.0“ ist das Motto der diesjährigen VExCon – inwieweit wird sie auf Online-Events bereits umgesetzt und woran mangelt es noch?

Leider laufen erstaunlich viele Online-Events noch nach Schema F ab. Das hat zur Folge, dass die Aufmerksamkeit mit jedem Programmpunkt sinkt. Das ist sicher der Tatsache geschuldet, dass sich jeder erst mal in der „neuen Welt“ orientieren musste.  In den letzten Wochen beobachten wir, dass sich Veranstalter·innen intensiver Gedanken um fokussiertes, effektives „Infotainment“ machen. So zum Beispiel auch darüber, wie die Inhalte zusammengefasst und komprimiert in den Köpfen der Teilnehmer·innen verankert werden können.

Wie wird sich aus Ihrer Sicht die Eventbranche zukünftig gestalten?

Online-Events werden einen Teil der Präsenzveranstaltungen ablösen, allerdings wird sich die Qualität hier enorm steigern. Kreative Ideen werden entwickelt, alles wird lebhafter, bunter und interessanter. Da die Ebenen „fühlen“, „tasten“ und „netzwerken“ nur abgespeckt funktionieren, können Symbiosen aus beiden Welten eine spannende Alternative zu reinen Präsenzveranstaltungen werden – wir sind sehr gespannt, wie sich die Branche selbst neu erfindet!

Sara Boss, Head of Sales, VRdirect

Was sind die relevanten Unterschiede zwischen einem Online- und einem Offline-Event?

Bei einem Offline-Event schaue ich dem Publikum „in die Augen“, bzw. bekomme spontane Reaktionen direkt mit und kann netzwerken. Beim Online-Event fehlt das zunächst. Umso wichtiger daher, im Nachgang an Vorträge in Kontakt treten zu können – am Stand, über Q&A und/oder Chat sowie gut organisierte Meeting Areas. Die Message muss zudem umso klarer sein, damit das Publikum nicht abschweift und das Interesse verliert. Bei Online-Events sollte ich außerdem zu allem klar und gut aufbereiteten Inhalt emotionale Hooks schaffen, Zuschauer·innen mit einer persönlichen Nachricht abholen – und es ihnen so einfach wie möglich machen, mein Produkt oder meine Message zu verstehen.

„Interaktivität 2.0“ ist das Motto der diesjährigen VExCon – inwieweit wird sie auf Online-Events bereits umgesetzt und woran mangelt es noch?

Die Technik bietet heutzutage eine riesige Bandbreite an Möglichkeiten, um „lean back“ (passiv) durch „lean forward“ zu ersetzen, also Zuschauer·innen aktiv einzubinden. Diese Möglichkeiten sollten unbedingt genutzt und gleichzeitig geprüft werden. Wer ist mein Publikum? Welche Zielgruppe möchte ich erreichen? Welche User Journey eignet sich? Wichtig ist es faszinierende, aber idealerweise niedrigschwellige Möglichkeiten anzubieten. Das ist heute bereits mit vielen zunächst vielleicht kompliziert anmutenden Maßnahmen möglich – so zum Beispiel auch Virtual Reality, das für Events wirksam und gleichzeitig unkompliziert eingesetzt werden kann.

Wie wird sich aus Ihrer Sicht die Eventbranche zukünftig gestalten?

Die Veränderungen durch Covid-19 sind nicht mehr wegzudenken – die Digitalisierung auch im Bereich Events hat sich dadurch beschleunigt und vieles wurde neu gedacht. Wir werden uns unbedingt weiterhin auf Offline-Events treffen wollen, aber Online-Events haben sich zur echten Alternative entwickelt, sind um einiges professioneller geworden und werden daher auch zukünftig eine größere Rolle spielen. Wichtiger denn je wird es sein, sich von der Masse abzuheben und klar zu positionieren.

Timm Schröder, Director Sales, XING Events GmbH

Was sind die relevanten Unterschiede zwischen einem Online- und einem Offline-Event?

Ich habe mehr Zeit für das Speaking, da ich keine Reisezeit einplanen muss. Deshalb bin ich entspannter. Gleichzeit gibt es viele technische Hürden zu meistern. Welches Mikro, welches Licht, wie stehe ich am besten (niemals sitzen, nur weil es online ist), wie wirke ich professionell. Und zu guter Letzt die Frage nach der Kleidung. Meistens sieht der Gast ja nur den Oberkörper, diesen aber sehr fokussiert und groß – ganz anders als auf einer Bühne. Deshalb ist hier viel „Ausprobieren“ erforderlich.

„Interaktivität 2.0“ ist das Motto der diesjährigen VExCon – inwieweit wird sie auf Online-Events bereits umgesetzt und woran mangelt es noch?

Aus meiner Sicht wird sie oft noch viel zu wenig eingesetzt. Interaktivität verfolgt mindestens zwei Ziele: Zum einen soll sie die Teilnehmer·innen im Vortrag fesseln und zum anderen für neue Fakten und Themen sorgen. Aktuell funktioniert Fragen stellen sehr gut. Ein echter Austausch, eine Diskussion, das Mitwirken an einem Vortrag, sind heute noch nicht weit verbreitet. Einzig die digitalen Barcamps, an denen ich bisher teilnehmen durfte, machen hier einen deutlichen Unterschied. Die sind wirklich interaktiv gestaltet.

Wie wird sich aus Ihrer Sicht die Eventbranche zukünftig gestalten?

Wir erleben einen starken Wandel, und dieser wird sich auch nicht aufhalten lassen. Hybride Eventformate sind aus meiner Sicht die Zukunft. Unterschiedliche Ticketpreise für unterschiedliche Inhalte auf dem gleichen Event – abhängig davon, ob ich online oder offline, live oder aufgezeichnet teilnehme, diese Dinge werden sich klar verändern.

Marcus Merheim, Senior Marketing Manager, NEW WORK SE

Was sind die relevanten Unterschiede zwischen einem Online- und einem Offline-Event?

Der zentrale Unterschied ist tatsächlich die Interaktion – bei Online-Formaten vermisse ich die direkte Reaktion des Publikums, sprich wie reagiert es, worauf kommen starke, worauf auch weniger Reaktionen … Der Austausch mit den Menschen fehlt doch schon sehr bei Online-Events.

„Interaktivität 2.0“ ist das Motto der diesjährigen VExCon – inwieweit wird sie auf Online-Events bereits umgesetzt und woran mangelt es noch?

Es wird oft versucht, Interaktion zu erzeugen. Das wird allerdings ebenso oft sowohl durch das jeweilige Tool als auch die Art der Anmoderation gebremst. Um Interaktion anzuregen, bedarf es der wiederholten, charmanten Aufforderung, doch gerne zu jeder Zeit Fragen zu stellen und die Teilnehmer·innen so eng in den Vortrag einzubinden wie möglich.

Wie wird sich aus Ihrer Sicht die Eventbranche zukünftig gestalten?

Ich bin mir sicher, dass Online-Events physische Events niemals ersetzen werden. Ganz im Gegenteil: Wenn diese Krise überstanden ist, werden sich viele darauf freuen, wieder in den persönlichen Kontakt gehen zu dürfen.

XING Events Tipp: Lust auf weitere spannende Einblicke und den Austausch mit unseren Speaker·innen? Dann melden Sie sich am besten gleich für die diesjährige VExCon an!

An allen drei Tagen erwarten Sie am Vormittag branchenrelevante Key Notes und Vorträge – selbstverständlich stehen Ihnen die Speaker·innen dann auch für Fragen zur Verfügung. 

Bettina Knauer Content Marketing & PR Managerin, XING Events

Ihre ersten Schritte in der Kommunikation machte Bettina vor rund sieben Jahren - damals als Studentin der Politik und Soziologie. Marketing und Corporate Communications ließen sie nicht mehr los und führten sie zunächst für den Master nach Leipzig, bevor sie beruflich in München landete. Seit 2019 verbindet sie ihre Leidenschaft für gute Inhalte, Unternehmenspositionierung und digitale Kanäle bei XING Events, wo sie Content Marketing und PR verantwortet.

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